Schauspiel und Gesang- ein fruchtbares Verhältnis

Mai 8th, 2012

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Ich schauspiele und singe- und biete seit zwei Jahren regelmäßig mit Fola Dada im “Stimmwerk Stuttgart” einen Workshop an: „Gesang und Schauspiel als Einheit“. Aber was hat Schauspiel mit Gesang zu tun? Oder anders gefragt, wie kann Schauspiel den Gesang befruchten und helfen den gesanglichen Ausdruck zu verbessern, zu vertiefen?
Nun, ein Lied ist nichts anderes als eine Geschichte, die musikalisch unterlegt ist. Auch der Schauspieler erzählt Geschichten- und er möchte den Zuschauer ergreifen. Auch der Sänger möchte seinen Zuhörer ergreifen. Wir wollen also Gefühle bei anderen wecken…. damit das klappt,  müssen wir  aber erstmal selbst fühlen. Und das ist oft einfacher gesagt, als getan. Welcher Sänger kennt das nicht- man denkt beim Singen daran, ob man den Ton wohl richtig getroffen hat, findet, der Typ vorne rechts guckt blöd etc… nur an die Geschichte, die man eigentlich erzählen will, an die denkt man, die fühlt man blöderweise am wenigsten…Wie das ändern?

Hier kann uns Schauspiel ganz konkret helfen. Im Schauspiel gibt es bestimmte „handwerkliche“ Techniken, die es ermöglichen, einen Song zu meinem eigenen zu machen, ihn wirklich zu durchdringen. Die gute Nachricht: Diese Techniken sind kein Hexenwerk, sondern “Handwerk”. Sie sind nicht so kompliziert, dass man sie nur in jahrelanger Arbeit lernen kann. Nein, man muss die Prinzipien verstehen und dann damit arbeiten. Diese Schauspieltechniken erleichtern es an die eigenen Gefühle heranzukommen- Und sie willentlich im Moment des Singens zu erzeugen, um das, was man singt wirklich zu erleben. Das überträgt sich natürlich auf alles und alle- auf den Körper, die Stimme, den Stimmausdruck und natürlich den Zuhörer! Es geht nicht mehr darum, schön zu singen, sondern den Song zu leben. Und das macht es für alle zu einem Erlebnis, das Gänsehaut erzeugt- und noch mehr: es erfüllt einen beim Singen total!

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Z- Zungenbrecher/Artikulation

Mai 1st, 2012

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Damit auch die Zunge und die Lippen wach und flexibel sind, trainiere ich nach dem ersten Stimmaufwärmen die Artikulationswerkzeuge. Ein wunderbares Buch hierfür ist der z.B. der bekannte „Der kleine Hey: Die Kunst des Sprechens“.
Hier mal ein paar Artikulationsübungen, die ich immer mache, noch aus der Zeit meiner Schauspielausbildung. Wichtig dabei: Gesicht und Unterkiefer bleiben ganz entspannt, keine übertriebenen Lippenbewegungen, locker bleiben, die Schwerkraft öffnet den Unterkiefer von allein. Langsam beginnen und mit der Zeit schneller werden. Kein übertriebener Ehrgeiz mit der Schnelligkeit, das kommt mit der Übung von allein. Und nicht vergessen- Spaß haben :o).
Bei diesen Übungen wird immer nur ein Vokal (o-u-a-e-i-ö-ü-ä-eu-ei-au) ausgewechselt:

Pappala-pappalapoppe, Pappala-pappalapuppe, Pappala-pappalapappe, Pappala-pappalapeppe, Pappala-pappalapippe, Pappala-pappalapöppe, Pappala-pappalapüppe, Pappala-pappalapäppe, Pappala-pappalapeuppe, Pappala-pappalapeippe, Pappala-pappalapauppe.

Kakkala-kakkalakokke, Kakkala-kakkalakukke, Kakkala-kakkalakakke, Kakkala-kakkalakekke, Kakkala-kakkalakikke, Kakkala-kakkalakökke, Kakkala-kakkalakükke, Kakkala-kakkalakäkke, Kakkala-kakkalakeukke, Kakkala-kakkalakeikke, Kakkala-kakkalakaukke.

Tattala-tattalatotte, Tattala-tattalatutte, Tattala-tattalatatte, Tattala-tattalatette, Tattala-tattalatitte, Tattala-tattalatötte, Tattala-tattalatütte, Tattala-tattalatätte, Tattala-tattalateutte, Tattala-tattalateitte, Tattala-tattalatautte.

Und weiter geht’s mit:
monne monne monne, munne munne munne, manne manne manne, menne menne menne, minne minne minne, mönne mönne mönne, münne münne münne, männe männe männe, meune meune meune, meine meine meine, maune maune maune

nolle nolle nolle, nulle nulle nulle,  nalle nalle nalle, nelle nelle nelle, nille nille nille, nölle nölle nölle nölle, nülle nülle nülle, nälle nälle nälle, neulle neulle neulle, neille neille neille, naulle naulle naulle

Drei Teertonnen, drei Trantonnen, drei Teertonnen, drei Trantonnen.

Ich wische diese Küche, du wischst diese Küche, diese Küche wischen wir zusammen und diese Küche wird überhaupt nicht gewischt.

Gib mir mal das Täschchen vom Tischchen, das mit den Rüschchen.

Hottentottenstottertrottelmutterattentäterlattengitterwetterkotter

 

Heute mal ein Rätsel- was ist das?

April 24th, 2012

Letztens morgens nach dem Auftritt in Bad Kreuznach eumeln wir verschlafen aus unserem Hotel. Die Sonne scheint, und wir denken, hach, da gönnen wir uns doch einen kleinen Spaziergang- und plötzlich stehen wir davor- was ist das? Und gleich mehrere davon- Na, ratet mal-

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Wir haben sowas auch noch nie gesehen, was wir aber bemerken- da läuft Wasser die Wand runter und die Luft ist feucht und salzig, Erinnerungen ans Meer kommen auf. Wir befinden uns ohne es zu wissen im größten “Freiluftinhalatorium” Europas. Was es alles gibt!

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Die mächtigen Holzkonstruktionen sind sogenannte Gradierwerke, früher zur Salzgewinnung genutzt. Sie bestehen aus einem Holzgerüst, das mit Schwarzdorn verfüllt ist, in Bad Kreuznach ist so ein Gerüst 10 Meter hoch. „Gradieren“ bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“. Über die Schwarzdornwände rieselt salzhaltiges Wasser herab. Tropfen zerperlen unzählige Male an den Dornen, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet. Außerdem lagern sich Verunreinigungen der Sole an den Dornen ab; dadurch wird die Qualität des erzeugten Salzes erhöht. Und durch die intensive Verdunstung gelangt auch Salz in die Umgebung.
1,1 Kilometer Länge weisen alle Gradierwerke im Salinental zusammen auf. Dank einer Berieselungsfläche von mehr als 8.000 Quadratmetern erzeugen sie in ihrem Umfeld ein frisches Mikroklima  - vergleichbar der Luft an der See. Gesund für Atemwege und überhaupt… Bad Kreuznach liegt also gefühlt, geatmet und gerochen am Meer… zumindest wenn man sich das Freiluftinhalatorium gönnt! Wow.

Wiener Sprachkurs

April 16th, 2012

Im Zuge der Arbeit an „Gefährliche Leidenschaft“, das in Wien spielt, sollte ich für die Rolle der Prostituierten Mizzi das Wienerische lernen… Ich war zwar schon mal in Wien, aber Wienerisch sprechen? Die beste Idee erschien mir, mich persönlich von einem leibhaftigen Wiener coachen zu lassen…. Ein bisschen rumfragem, wer jemanden aus Wien kennt- und schwupppdiwupp hatte ich den Kontakt zu einer Frau, die seit kurzem in Tübingen mit ihrer Familie lebt.
Meine Wiener Coach- Dame hat mich dann auch gleich bei ein paar Flaschen Wein zünftig eingeführt ins „Weanerrische“. Gott, was für ein Dialekt! So abgefahren!
Deshalb hier ein kleiner Wiener Sprachkurs- die Schimpfworte lerne ich immer zuerst und am schnellsten ;o))

Verschwinde - Ge, schleich di.

Du Idiot!- Gscherter, du!

Ich hab viel zu tun. - I hoab viel am Oarsch.

Mistkerl- Fetznschädl

Hallo & Tschüß- Servas

Wenn man eine gute alte Freundin trifft- Servas, du oalde Nuttn!

Ich liebe den Wiener Dialekt!! Und die TV-Serie „Kaisermühlen-Blues“ ist auch genial. Wien, ich komme, du oalde Nuttn!!!
Und das ist übrigens Mizzi mit ihrem potentiellen Freier Fridolin:

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P- Premiere

April 10th, 2012

5 Minuten vor Premierenaufführungsbeginn- tapfer lächeln ;O)))

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Grade haben wir wieder eine hinter uns „Gefährliche Leidenschaft“ am 5.04.12…  Premiere nennt man ja bekanntermassen die erste Aufführung einer Inszenierung eines Theaterstücks. Nach wochenlangen Proben wird es dann also ernst, wir stellen uns dem Publikum! Wir sind von unserer Arbeit überzeugt, wir stehen dazu, aber dennoch ist die Aufregung groß. Da kann man nix gegen machen…Oft so groß, dass ich mich schon Tage vorher frage, warum ich eigentlich diesen Beruf ausübe? Am Tag der Premiere selbst wache ich schon mit heftigem Bauchgrummeln und Herzflattern auf. Ich kann mich auf nichts mehr konzentrieren. Die Zeit steht still… Das Leben ist ein einziger Wartesaal- dann endlich, Aufbruch zur Bühne. Meistens müssen wir noch Bühnenbild aufbauen, Licht einrichten, Requisiten einrichten- dann sind wir wenigstens abgelenkt und haben was zu tun. Ja, und dann so eine Stunde vor Aufführungsbeginn geht der Adrenalinspiegel nochmal richtig hoch, müffelnder Angstschweiß unter den Achseln, und das sichere Gefühl, dass ich den Text komplett vergessen habe! Herzrasen und Flüche und Gebete! Eine Minute vor Auftritt spucken wir uns nach Theatertradition über die Schulter „Toi, Toi, Toi“ und ab auf die Bühne. Dort ist dann zum Glück alle Aufregung nach einer Minute vergessen, das spielen macht Spaß, wir sind mitten drin in unserem Element- und plötzlich isses dann rum. In der Garderobe fallen wir uns erleichtert in die Arme und jubeln. Dann raus und in die Augen der Zuschauer sehen, die noch geblieben sind- leuchten sie? Endlich können wir feiern, der Druck fällt ab, lachen, scherzen auf der Premierenfeier mit Kollegen, Freunden und Gästen und viel Sekt… und dann irgendwann in der Nacht völlig fertig ab in die Heia. Nun bleibt nur noch die Aufregung, wie die Presserezension ausfällt- und dann isses endgültig geschafft!
Und danach: falle ich regelmäßig „ins Loch“, weil auf einmal „gar nix“ mehr los ist, und ich das Gefühl habe, ich habe unendlich viel Zeit, mit der ich nichts anzufangen weiß… doch dieses Gefühl dauert zum Glück meistens nicht lange- und dann beginnt das Genießen der erfolgreichen Arbeit.




 

Gibson Girl Frisur

April 5th, 2012

Die passende Frisur für meine Figur Albertine fehlt noch. Nach Recherche stosse ich auf die sogenannte „Gibson Girl“ Frisur. Diese Frisur wurde von den Frauen so um 1900-1910 getragen. Nur wie krieg ich die hin? Haha! Ich hab ein Supervideo mit Anleitung gefunden http://www.youtube.com/watch?v=rN7jT6CTIic Einfach der jungen Dame nacheifern- und man fühlt sich beim Blick in den Spiegel in eine andere Zeit versetzt… Hier mein erster Versuch:

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 Okay, okay, muss noch ein bisschen üben, vor allem braucht es noch viel mehr Volumen, ich war anfangs mit dem Toupieren zu vorsichtig- aber das wird noch!

Countdown läuft

März 30th, 2012

Letzte Woche vor der Premiere, und wir sind entsprechend am rödeln. Jede Szene muss jetzt auf den Punkt geprobt werden. (genaue Haltungen, Handlungen, Wendepunkte…) Die letzten Kleinrequisiten müssen besorgt werden. Kostümendabnahme- hier und da noch was ändern, am Bart einen Gummi annähen, die Kippa am Hut befestigen, Knöpfe für die Hosenträger, Hose enger… Die Sounds aufnehmen, mit Mikro und aus den diversen Soundarchiven… letzte Werbeaktionen für die Zuschauer… Also mit 6 Stunden konzentrierter Probe und anschließenden Notwendigkeiten sind das jetzt 10-14 Stunden Tage. Uffz. Aber wat seltsam: det macht Spaß, det jloobt uns keener ;o)
Und hier mal ein paar Fotos:

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Textarbeit bei der Probe

März 20th, 2012

Bei uns auf der Probe ist der Text immer auf dem Prüfstand, immer im Fluß. Ist er zu lang oder nicht griffig genug, nimmt die Szene einen anderen Verlauf als geplant, dann wird gekürzt und umgeschrieben. So ein Text ist nicht heilig. Alles was nötig ist, um das Stück, die Aussage dorthin zu bekommen, wo wir wollen, wird bei Bedarf geändert. So kann zum Beispiel eine Textseite nach einer Probe aussehen:
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Contact Improvisation

März 19th, 2012

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Die Tanzchoreographie, die unsere beiden Tänzer Gabriela Tarcha und Christopher Gottwald für die „Traumnovelle“ entwickelt haben, haben sie aus Elementen „Contact Improvisation“ erarbeitet. Was ist „Contact Improvisation“ überhaupt? Contact Improvisation ist ein Versuch, der Schwerkraft zu entfliehen und im Tanzen durch Berührung, Vertrauen und Momentum in jedem Augenblick verblüffende Bewegungen zu finden. Ihre Dynamik bezieht die Contact Improvisation zwischen zwei Tanzenden, wenn sie sich gegenseitig fangen, übereinander rollen oder hochheben. Die Bewegung entsteht aus dem Moment der Berührung heraus in jedem Augenblick neu.

Startschuss „Gefährliche Leidenschaft“

März 12th, 2012

Startschuss für die heiße Probenphase für unser neues Stück „Gefährliche Leidenschaft- Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler“, Premiere 5.04.12 in Reutlingen im Kulturzentrum “franz.K”. Am Donnerstag kommen unsere Tänzer aus Berlin/Sao Paolo, mit denen wir Filmaufnahmen drehen werden- die dann später im Stück zu sehen sind. Wer die Traumnovelle kennt, weiß vielleicht auch, dass sie die Vorlage zum berühmten Film von Stanley Kubrik „Eyes wide shut“ ist. Es geht um Tabus, um Liebe und Begehren in einer Beziehung. Arthur Schnitzler, dessen Stück “Der Reigen” in Wien einen Skandal auslöste, erzählt in der “Traumnovelle” vom Arzt Fridolin und seiner Frau Albertine. Ihre Liebe ist groß, sie haben eine gemeinsame Tochter. Und doch haben beide auch andere Sehnsüchte… Fridolin flüchtet ins Nachtleben, Albertine in ihre Phantasiewelt… eine spannende Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit entspinnt sich…

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